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4 Wochen Hawaii – oder schlichtweg: everything closed! (Teil 4, Maui)

Kauai Hawaii - Weimea Canyon - Lookoutschild

Dienstag, den 30.12.2014. Tag 13
Gegen Mittag sind wir vom Regen auf Kauai weg und auf Maui angekommen. Sehr schönes Wetter  und irgendwie eine sehr angenehme Wärme. Ziemlich warm – sehr schön warm 🙂 Wir sollten lt. unserem Gastgeber gleich in der Nähe vom Airport einkaufen und das haben wir getan. Der „Whole Foods Market“ hat uns mit seinen Leckereien ganz schön beeindruckt und wir haben erstmal zugeschlagen – danach ergab der Lebensmitteleinkauf „nur“ 160$ – katsching.
Dann eine halbe Stunde im Norden auf dem Hana Highway und schwups waren wir da. Wir konnten das tolle Wetter gerade noch genießen und ein langes Pläuschchen mit unserem Host (Airbnb) halten, als der Sturm losging. Eigentlich ein tolles massives Holzhaus (natürlich von einem Bayern gebaut), aber die „Klapptüren“ hielten dem Wind dann doch nicht Stand. Wir also Stühle und Sofa davor geschoben und es ging – einigermaßen. Dann in unser neues weiches Bett unterm Moskitonetz gekuschelt und ein bisschen gelesen (bin übrigens schon bei Buch Nr. 3 – na bei so viel Regen schnell geschafft). Und wieder mal sehen was der nächste Tag so bringt.

Mittwoch, 31.12.2014. Tag 14
Wow – gefühlt die krasseste Nacht ever. Es hat gestürmt und geregnet was das Zeug hält und wir dachten der Weltuntergang ist ganz nah (dabei dachten wir das ja schon auf Molokai). Dementsprechend auch eine schlaflose Nacht.
Am nächsten Morgen wollten wir dennoch gleich wieder los.
Der Jawspoint (Bigwavespot – da wo die Surfer mit Jetski oder Heli in die Wellen gezogen werden, weil die Wellen bis über 20 Meter hoch werden) war gleich um die Ecke und schnell erreicht – und? nichts! Keine Wellen. Keine Surfer. Menno, das gibt es doch nicht. So ein Pech aber ständig.
Dann haben wir spontan entschlossen in den Süden zu fahren, da es bei uns im Norden bitter kalt war. Es soll ein Schnorchelstrand mit Schildkröten geben. Makaea – oder so. Auf halber Strecke fiel meinem Beifahrer ein, dass er die Schnorcheltasche im Haus stehen hat lassen. Und nun? Sind dann trotzdem weiter gefahren und haben durch Zufall den größten Strand von Maui  gefunden. Am letzten Südzipfel den „Big Beach“ und der war echt riesig – aber auch trotz des nicht so schönen Wetters total voll mit Menschen. Haben ein freies Plätzchen gesucht und uns dann in die Wellen gestürzt. Das Wasser war echt klasse: tolle Wellen, glasklar und wir haben Go Pro Bilder gemacht. Am Strand dann ein bisschen im Buch gelesen und dann wieder heim.  An der Stelle sei erwähnt, dass obwohl der Strand echt riesig ist, es kaum Schattenplätzchen gibt. Also entweder sehr gut eincremen und einen Hut auf oder einen Schirm mitnehmen (komisch nur, dass irgendwie niemand einen Schirm hatte … nur für Kinder kleine Zelte). Einen kleinen Stop im Whole Foods Market eingelegt – feini gegessen – eine Flasche Wein, Steaks und Salat gekauft; denn heute ist ja schließlich Silvester!!!!
Die ganze Flasche Wein war leider schnell gekillt und das Fleisch auf einem Webergrill lecker gegrillt. Jetzt noch eine Stunde mit den Eltern in Deutschland skypen und gut. Das mit Eltern und skypen ist echt lustig; vor allem auch deshalb, weil ihre Heizung daheim kaputt gegangen war und die frieren mussten und somit in Mütze und dicken Jacken da saßen. Mensch Eltern; muss man auf Euch auch noch im Urlaub aufpassen. In diesem Sinne:

Happy New Year !

Donnerstag, 01.01.2015 – Tag 15
One day off = Neujahr = Bürotag
Natürlich lange geschlafen, nachdem wir gestern erst um halb eins ins Bett sind.
Dann eigentlich nur gewurschtelt.
Abends unseren Rest gegessen den wir liebevoll „Neujahrsmapf“ genannt haben.
Dann früh ins Bett, denn wollen schließlich morgen wandern gehen.

Freitag, 02.01.2015 – Tag 16
Nach dem Frühstück wieder lecker Sandwiches gemacht und ab auf den Hana Highway. (eigentlich wohnen wir ja genau am HH) Heute sollte es wieder eine Wanderung sein.
Die Fahrt dorthin war echt schlängelig, denn wirklich eine Kurve nach der anderen, aber dafür schön grün. Nach knapp 2 Stunden Fahrt im Schneckentempo hinter anderen Autos her, waren wir uns gar nicht mehr sicher ob da hinten noch jemand wohnt oder irgendetwas ist und schwups lag vor uns der gesuchte Visitor Center. Der Parkplatz war leider schon recht voll. Nach der langen Fahrt aber erst einmal auf die Toilette und dann Wanderschuhe an – obwohl wir uns hier fragten, warum so viele bei dem Wetter nur mit Badehose, Schlappen und Handtuch unterwegs waren – egal. Wir haben brav unseren Rucksack geschnappt und sind losgestiefelt. Sollten ca. 3 Meilen sein.

Wir kamen durch einen wirklich riesigen Bambuswald, sind an kleinen Wasserfällen vorbei und kamen dann an dem (lt. Plan) größten Wasserfall. Schade oder komisch nur, dass trotz des vielen Regen kaum oder gar kein Wasser drin war – nur ein bisschen Geplätscher – war das überhaupt der Wasserfall? Haben uns den schönsten Fleck ausgesucht und da unser Picknick gemacht. Zurück ging es dann eigentlich sehr schnell. Sind dann den Weg noch ein kurzes Stück  weiter hinterm Parkplatz entlang und wussten dann wo die „Schlappis“ hin sind – waren wohl die Seven Secret Pools, die das Ende des Wasserfallflusses darstellen sollten – aber auch da war das Problem: das fehlende Wasser – lediglich im oberen Becken, wo etwas Wasser drin war, sind Kiddies dann baden gegangen. Ich finde ziemlich viel Aufwand für die anderen Touristen die extra mit dem Bus angereist und nicht gewandert sind, sondern nur die Fälle sehen wollten: 4 Stunden Fahren für bisschen baden in einer Pfütze? Naja – wir fanden unsere kleine Wanderung im Bambuswald echt schön.
Zurück sind wir nicht den gleichen Weg, sondern die „verbotene Straße“ gefahren. Deshalb verboten, da nur einspurig, nicht geteert und auf der Straße gefährliche Steinbrocken liegen – so laut Reiseführer und Autovermietung.
Wir also unten im Süden entlang gefahren. Schon nach ein paar Meilen war es echt klasse. Eine 1a geteerte Straße und tolle Aussicht inmitten von Lavahügeln (auch wenn die Landschaft eher karg aussah). Zum Glück aber kein Schlengelgedengel im Schneckentempo mit den anderen Touristen zurück. Sind dann oberhalb von Makena Beach rausgekommen. Leider gab es keine Verbindungsstraße nach unten zum Beach – sonst wären wir bestimmt noch einmal ins Meer gehüpft. Egal – wieder zu Whole Foods Market – diesmal nur Essen mitgenommen – und Heim. Zum Glück, denn das Wetter verschlechterte sich rapide. Ein krasser Sturm – und diesmal echt nicht übertrieben – bescherte uns – nachdem unser Host das Haus sogar mit Holzbalken etc. verrammelt hatte – wieder eine schlaflose Nacht. Es wehte alles weg. Selbst den gusseisernen Adler auf dem Balkon hat es zerschmettert.
Um 18:30 Uhr fiel dann auch der Strom aus. Tolle Sache! Haha. Dann 24 Stunden outtage (Stromausfall) im ganzen Norden von Maui. Auf O´ahu muss es sogar viele Bäume entwurzelt haben.
Wir haben uns echt den Kopf zerbrochen, ob unsere gebuchte Whalewatchtour (Abfahrt in Maalaea) morgen überhaupt stattfindet.

Samstag, 03.12.2014 – Tag 17
Ohne Licht und dem letzten Saft vom Akku der Handys, sind wir um 6:30 Uhr aufgestanden und zum Maalaea Harbor losgetigert. Da es so früh war sind wir gut und schnell durchgekommen.
An der Pacific Whale Foundation angekommen: eigentlich tolles Wetter. Aber uns wurde gesagt, lieber lange Kleidung anlassen, da es draußen auf dem Wasser echt stürmisch und kalt ist – was sonst.
So war es anscheinend auch, denn die Gruppe vor uns, die zum Schnorcheln nach Molokini wollte, wurde abgesagt. Krass – es waren alle schon da: tja thats the ocean !!!! so der Veranstalter.
Wir auf das Boot und rausgetuckert. Leider haben wir nur vereinzelt und von der ferne Walprusten gesehen und mussten nach knapp 2 Stunden wieder ohne Highlights zurück zum Hafen; u.a. auch deshalb weil ein paar unserer Mitreisenden wegen dem Wellengang ihr Frühstück nicht mehr bei sich behalten konnten – wir zum Glück schon.
Kurz vor Ende der Tour – bei Einfahrt in den Hafen – dann doch noch vor uns : 3 Wale. Eine Mami mit ihrem Kind und der Papa im Schlepptau. Leider nur von weit weg die Kiddischwanzflosse gesehen. Lt. dem Guide:

faboules, amazing, great so near to the boat.

Naja.

Sind dann mit dem Auto weitergefahren nach Shoppingtown Lahania – oder so.
Eine einzige Shoppingpromenade im Look einer Westernstadt. Da wir noch nichts im Magen hatten, haben wir uns Fishtaccos zum Frühstück im Hard Rock Cafe gegönnt. Danach bisschen bummeln und zurück in unsere Hütte. Kurz vor Paia im Norden – also kurz vor unserem Haus – am Strand zum Baden angehalten, aber es ist einfach noch zu krasser Wind und nicht an baden zu denken. Aber bestimmt auch ein toller Strand bei schönem Wetter.
Zuhause angekommen: immer noch kein Strom, dafür aber heftiger Gasgeruch im Haus.
Haben sofort alles zugedreht und ordentlich gelüftet.
Unser Gastgeber hatte dann die Kochgasflasche, die anscheinend defekt war, ausgetauscht.
Kaum zu glauben, was passiert wäre, wenn wir keine Löcher und Spalten im Holzhaus gehabt hätten.
Puh – und schon wieder ganz schön kalt. Warm eingepackt kam dann auch eine Stunde später der Strom wieder. Hatten übrigens im Internet erfahren, dass der Sturm auf O´hau und Kauai wohl am schlimmsten gewesen sein muss – unvorstellbar, ein halber Hurrikan hatte sich zusammen gebraut.

Sonntag, 04.12.2014 – Tag 18
Heute Strandtag. Nach einem längeren Schläfchen und lecker Frühstück sind wir wieder nach Makena gefahren. Wollten jetzt am Schildkrötenstrand schnorcheln gehen. Hatten den Spot auch gleich vor dem Hotel gefunden. Aber Hotel = viele Menschen = nix von wegen Schildkröten. Hm. vielleicht gab es damals das Hotel noch nicht? Nun ein ganz normaler Strand. Ohne ins Wasser zu gehen sind wir weiter bis zum Ende der Straße gefahren, da unser Host gemeint hatte da wäre ein toller Snorkelspot. War echt ein abgelegenes Lavasteinplätzchen. Aber wohl durch den Sturm der vergangenen Tage war die Sicht gleich null und es ziemlich windig an der Ecke. Korallen? Naja alles kaputt. Nichts Schönes zu sehen. Sind dann 2 Buchten zurückgefahren und haben eine nette Bucht gefunden. Es stand zwar ein Schild da „area closed“ – aber diesmal haben wir uns nicht abhalten lassen. Da gab es endlich im Wasser was zu sehen und wir wollten das mit der Go Pro festhalten. Tja – müssen wir noch üben. Außer einer kaputten Flosse und einem Purzelbaum beim Ausstieg von mir auf den spitzen Steinen und somit ein paar ordentliche Kratzer am Po und an den Beinen ganz in Ordnung.

Sind dann zurück zum Big Beach gleich um die Ecke und haben den Rest Strandtag gemacht. Dann umgezogen und zum geheimen Little Beach gestapft bzw. geklettert. Eine andere Welt.
Überall leicht bekleidete, kunterbunte und gutgelaunte Menschen. Irgendwie schräg aber lustig . Bei den Trommlern hatten wir uns ein nettes Plätzchen ausgesucht, wo wir alles gut überblicken konnten. Dann der mystische Sonnenuntergang mit viel Tamtam und dann: Schluss. Äh wie? Was? Die Meute setzte sich in einem Ruck in Bewegung und gefühlt alle wollten auf einmal den versteckten – nur über einen Klettersteig erreichbaren Strand – verlassen. D.h. Anstehen beim Abstieg. So wie auf einer Frauentoilette im Club oder Biergarten. So unsere Erfahrung mit dem Littlebeach. Hatten dann später in Erfahrung gebracht, dass es die Polizei verbietet sich nach Dunkelheit eben auf diesem Strandabschnitt aufzuhalten – wohl wegen der gefährlichen Kraxelei. Sind dann gegen 21 Uhr daheim angekommen und gleich zu Bett, denn wir wollen morgen zum Sonnenaufgang auf den Haleakala Crater (der höchste Berg / Vulkan auf Maui). Ein „mustsee“ lt. unserem Host.
Ihr merkt schon … es ist wichtig sich mit den Gastgebern auszutauschen … so bekommt man wirklich wertvolle und schöne Tipps.

Montag, 05.12.2014 – Tag 19
Um 3 Uhr morgens klingelte dann der Wecker. Im Rekord haben wir uns fertig gemacht, Stullen geschmiert (wollten natürlich cool zum Sonnenaufgang oben Frühstücken) und ab ging es in die dunkle kalte Nacht. Naja – so dunkel war es dann doch nicht, denn wir hatten ja Vollmond!
Nach fast 1,5 Stunden Fahrt und kaum Benzin (hatten wir bei so viel Fahrerei an den Vortagen vergessen) ein großes Leuchtschild: Haleakala Summit closed!
Ich fass es nicht, bzw. wir fassten es nicht. Das hatte uns keiner gesagt.
Noch vor Ort wollten wir die Bestätigung über die Schließung im Internet suchen, aber Fehlanzeige. Leider werden sollte News auf den Internetseiten nicht veröffentlicht. Oder man hätte das Schild auch 1,5 Stunden weiter unten – quasi bei der Einfahrt zur Straße zum Gipfel aufstellen können – oder? Schade eigentlich.
Sind dann trotzdem noch – soweit es ging – weiter hochgefahren (waren ja zu mindestens schon über den Wolken) und waren nicht die Einzigen.
Und tatsächlich. In den letzten 25 Jahren war der Kratergipfel das erste Mal wegen Stromausfall und Eis geschlossen. Jaja – da oben hat es heftig geschneit und Winterreifen sucht man auf Hawaii vergeblich. Haben uns dann mit anderen Unglücklichen auf einem Lookout gestellt und gewartet.
Waren soooo müde, dass wir die Sitze im Auto zurückgeklappt haben und ich sofort eingeschlafen bin. Zum Glück hatte ich den Wecker gestellt. Hochgeschreckt standen plötzlich einige Leute um unser Auto herum und es ging los. Oder? Hallo Sonnenaufgang? Losgehen?
Wie die blöden haben alle in eine Richtung geschaut und gewartet. Auf was? Frohe Farben etc. Kam nicht – wurde einfach immer heller. Tja wenn man auf der falschen Seite vom Berg steht!
Um 7:30 Uhr sind wir dann ohne Woweffekt runter gefahren. Nach Hause.
Ich bin dann sofort ins Bett, war soooo müde und erst um 12h wieder aufgewacht.
Naja – letzter Tag auf Maui, Sachen packen, denn morgen in der Früh geht es weiter nach Big Island – unserer letzten Insel! Aber da war noch was.
Sind dann abends noch mal nach Paia und haben was gegessen: so ganz typisch mein Mann = Burger und ich = Fish & Chips. Zuhause zurück hatte unser Host im unteren Teil des Hauses Gäste zum Essen. Sind kurzer Hand eingeladen worden und es war echt nett. Haben bei Wein, Bier und Bailys viel über Hawaii und das normale Leben und vor allem über andere Nationen erfahren. Puh – die Nacht war kurz, da wir erst nach Mitternacht ins Bett sind.
Gastfreundschaft wird hier echt groß geschrieben. Danke.

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