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Zu Besuch bei den Nordfriesen in Tönning, St. Peter Ording, an der Nordsee und Eider

Fernwehblues-Nordsee-52

TAG 4
Ganztagestour zur Insel Helgoland
Los ging es mit dem Schiff „Funny Girl“ ab Büsum. Von Tönning aus ca. ½ – ¾ Stunde Autofahrt.
Und lieber etwas früher da sein, denn dann bekommt man nicht nur einen guten Platz an Deck der Fähre, sondern auch einen ordentlichen Parkplatz (zwar kostenpflichtig, aber direkt am Anleger). Das Wetter beim Ablegen war abermals herrlich und unterwegs begegneten uns Robben und Schweinswale. Schon sehr schön.
Leider verschlechterte sich das Wetter je weiter wir aufs offene Meer hinausschipperten und schwups – verschwanden wir im Nebel.
Leider hat sich der auch auf Helgoland nicht verzogen, so dass wir die Insel nur im Dunst erkunden konnten. Helgoland selbst, hm – vielleicht sind 5 Stunden Anfahrt (jeweils 2,5 Hin und Zurück) doch etwas viel für 3-4 Stunden Landgang. Und irgendwie kam es einem vor, als ob man in einem großen Duty-free-Shop der 80er Jahre geraten wäre. In einem Café erhielten wir aber einen Tipp von einer Dame, die schon seit den 70er Jahren jedes Jahr nach Helgoland kommt: einfach ein- oder zwei Nächte dort bleiben und die Insel genießen, wenn die angeschwemmten Halb-Tages-Touristen wieder weg sind. O.k. gemerkt.

Tag 5
Ausflug zum Westerhever Leuchtturm
Wer kennt ihn nicht? Den legendären Leuchtturm aus einer bekannten Bier-Werbung?!
Wir hatten nicht viel erwartet, aber auch hier wurden wir wieder positiv überrascht.
Die Gegend ist traumhaft: so unberührt schön. Hier gibt es Abschnitte, die noch nicht von Schafen bevölkert und entsprechend pflanzenreich sind. Die Führungen auf den Leuchtturm waren laut Info-Point am Parkplatz für heute ausgebucht; schade eigentlich. Auf gut Glück gingen wir trotzdem zum Turm und fragten direkt den netten Herren, der gerade den Kopf aus der Tür steckte, ob nicht doch noch spontan ein Plätzchen frei war und ja; zack waren wir dabei. Und dann noch eine Überraschung. Die heutige Führung hielt der langjährige und ehemalige Wärter ab und hatte natürlich viele Geschichten auf Lager – sehr amüsant. Wer also den Leuchtturm besteigen möchte, entweder rechtzeitig da sein oder schon vorher buchen.
Der wundervolle Spaziergang und der Ausblick von oben waren echt klasse.

Danach kehrten wir im Landcafé éclair auf ein ordentliches Stück Torte ein. Dort sitzt man herrlich auf einer schönen Sommerterrasse in einem weitläufigen Obstgarten im Tümlauer Koog – boah war das Lecker und mächtig!

Abendbrot nach friesischer Art: typisch Norddeutsch: Fischplatte !
Heute wurden wir von den Eltern unserer Freunde zum Abendessen eingeladen.
Wow – wir staunten nicht schlecht, was die Mama alles auf den Tisch brachte. Es kam alles von der ortsansässigen Fischereigenossenschaft Tönnig:
Lachs in verschiedenen Varianten, Heilbutt, geräucherte Makrele, Aal, Nordseekrabben, Matjeshäppchen, Tunschfischpaste etc. so viel…. wir konnten gar nicht alles aufessen. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal!

Tönning
Selbstverständlich haben wir auch Tönning unsicher gemacht. Zwischen allen unseren Ausflügen standen Spaziergänge an der Eider, Mojito trinken am Deich zum Sundowner oder der Besuch im Stadtpark an der Tagesordnung und nicht zu vergessen die etlichen Fischbrötchen .
Leider konnten wir das beheizte Meerwasserbecken nicht mehr testen. Sehr schade. Aber das nächste Mal – versprochen.

6 Tag
Abreise

Nachfolgend eine grobe Kostenübersicht:
Freizeitgestaltung: € 132,00
Wattwanderung € 12,- / Helgolandfahrt mit dem Schiff € 80,- / Fahrradverleih für einen Tag € 14,- / Führung Leuchtturm € 10,- / Bootsfahrt Grachten € 16,-)
Unterkunft: € 280,00
Übernachtung inkl. Frühstück und Kurtaxe für 5 Nächte
Fahrtkosten: € 270,00
An- und Abreise (ICE mit der DB)  für Hin- und Rückfahrt inkl. öffentlichen Verkehrsmittels wie z.B. MVV (Noch nicht mit eingerechnet die Fahrten von Tönning zu den Ausflugszielen, da entweder mit privatem PKW oder mit der S-Bahn). Hier würde sicherlich noch ein nicht geringer Kostenfaktor zuschlagen.
Essen- (gehen) und allgemeine Verpflegung: ca. € 300,00
Gesamt ca. € 1.000,00 (für zwei Personen; 5 ganze Tage)

Fazit
Es gibt ganz schön was zu sehen und zu erleben – so hoch im Norden und es ist ganz und gar nicht langweilig. Wir haben noch nicht mal annähernd das geschafft, was man in Nordfriesland (Schleswig/Holstein) alles hätte machen können. Ziemlich vollgepackt die 5 Tage und wir sind jeden Abend müde und zufrieden ins Bett geplumpst.

Die Pension war klein und fein und das Frühstück jeden Morgen liebevoll und abwechslungsreich hergerichtet. Vielen Dank & liebe Grüße an die Gastgeberin.
Anzumerken ist aber, dass wenn man nur eine Pension als Unterkunft wählt und keine Ferienwohnung mit Küche hat, man wohl oder übel jeden Tag essen gehen muss; und das geht ins Geld. Wie wir feststellen mussten, ist das leider nicht so billig da oben. Aber es waren immer sehr gute Portionen und es hat bei allen oben genannten Adressen geschmeckt (egal ob Kuchen oder Fisch).

Man merkt, dass sich der Norden so langsam aus seinem 80er-Jahre-Charme befreit und die „Altbacken-Restaurants-und-Kaffees“ abgelöst werden. Auch das Freizeitangebot kann sich sehen lassen. Egal ob vom actionreichen Kiten oder Windsurfen bis zur einfachen Strandgymnastik oder Wattwanderung.

Die Nordsee kann als Ferienziel meines Erachtens sehr wohl punkten.
Zwar spart man keine Zeit bei einer Anreise aus Bayern (12 Stunden sind schon verdammt viel; und so hat man fast zwei ganze Tage für An-und Abfahrt Zeitverlust), aber dafür kann die Variante oder eben gleich mit dem eigenen PKW günstig sein. Wer Zeit sparen will, fliegt einfach – aber erhöht sicherlich das Reisebudget.

An dieser Stelle sei aber noch darauf hingewiesen, dass wir die ganze Zeit gutes Wetter hatten; und das ist an der See nicht immer so. Wer die vorherigen Artikel und mich kennt, weiß, dass das Wetter auf meinen Reisen eigentlich selten so gut ist wie es sein könnte … tja – da muss man erst in Deutschland Urlaub machen um an schönes Wetter zu kommen – vielen Dank dafür.

Zu guter Letzt ein großes Dankeschön an unsere Freunde, die uns den Norden schmackhaft gemacht haben. Es muss nicht immer über den großen Teich gehen; manchmal reiht auch ein kleiner Deich.

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