Artikel
3 Kommentare

Kapstadt erleben – eine 7 tägige Städtereise in the Mother City

Afrika-Kapstadt-12

Von Kapstadt hört man irgendwie nur tolle Stories und sieht wunderbare Bilder. Glauben kann man es kaum, denn wo schon gibt es eine Stadt, die angeblich so perfekt ist? Tja, das galt es herauszufinden.

Wir kamen leider erst am Abend in unserer Unterkunft – dem „Sweetest Guesthouse Orange“ (einem kleinen und schnuckeligem Bed & Breakfeast) in Seapoint an, da sich unsere Anreise durch Flugverspätungen, verpasste Anschlussflüge etc. um knapp 8 Stunden nach hinten verschob; deshalb war leider ein ganzer Tag verloren.
Aber nach einer ausgeruhten Nacht (ohne Jetlag, da es hier nur eine Stunde Zeitverschiebung nach Deutschland gibt) und einem tollen Frühstück, starteten wir gleich mit unserer Sightseeingtour in „The Mother City“.

Wie in allen Großstädten, kauften wir uns als erstes ein Hop on – Hop off – Bus-Ticket für den roten Doppeldecker. Das Wetter war zwar windig, aber herrlich warm, so dass wir uns gleich nach oben setzten. Wir fuhren erst die Red City Tour, die an der V.A. Waterfront, an der Promenade von Seapoint, Green Point, Campsbay, Table Mountain und der Long Street entlang geht. Gleich danach noch die Yello Downtown Tour, die ebenfalls an der Long Street startet und folgende Stopps in der Innenstadt hat: St. George’s Cathedral, diverse Museen und das Castle of good Hope. Obwohl wir noch nicht mal aus den Bussen ausgestiegen sind, war schon mehr als der halbe Tag rum. Eigentlich wollten wir noch die Blue Mini Peninsula Tour dranhängen. Aber leider Pech gehabt. Der letzte Start aus der City geht kurz nach 15h, weil diese Tour aufgrund ihrer Länge (geht um den Tafelberg herum, dann zum Bird Park, zu den Kirstenbosch Gardens, Hout Bay und Campsbay bis hin zur V.A. Waterfront) eben etwas dauert, so dass man ansonsten die meiste Zeit in der Dunkelheit fahren würde – und das macht ja keinen Sinn.

Deshalb mein Tipp: an einem Tag die Rote und die Gelbe Tour und an einem anderen Tag die Blaue Tour machen (dann aber natürlich auch aussteigen und sich die Spots anschauen).

Da wir nun also noch den Nachmittag hatten, stapften wir zu unseren Zielen, die wir während der Bus-Tour ausgesucht hatten. Als erstes ging es zu den legendären bunten Häuschen im Bo-Kaap, welche man gut zu Fuß von der Long Street aus erreicht.

Leckerer Tipp: Direkt zwischen der Long Street und dem Bo-Kaap-Häuschen ist ein toller Coffe-Shop. Das „Bean Theme“ mit Organic and Fair Trade Coffe…. und die Brownies erst. Wow – ein willkommener Stop am Nachmittag.

Danach genossen wir die Spätnachmittag-Stimmung entlang der Promenade in Seapoint und schlenderten von da aus eine Stunde bis zur V.A. Waterfront, die nicht nur unzählige Restaurants zu bieten hat, sondern wo sich auch einige Museen (das Diamond Museum und Golf Museum), dem Aquarium, ein Kino und vor allem eine große Shopping Mall angesiedelt haben. Außerdem geht von hier ein Running-Route los (je nachdem ob man 2,5 oder 5 km joggen/laufen will). Nicht zu vergessen der Hafen an sich.

So langsam verstanden wir, was die Leute meinen wenn sie sagen es ist traumhaft schön hier. Denn man kommt sich so gar nicht wie in einer Großstadt mit knapp 4 Millionen Einwohnern vor (im Vergleich: München hat „nur“ knapp 1,5 Mio.) Es ist alles so weitläufig, gemütlich, die Sonne scheint, das Meer liegt direkt vor der Haustür und alle sind sie irgendwie relaxed. Kein Großstadtgedränge, keine Massenansammlungen von gehetzten Menschen und keine verstopften Straßen – easy going eben.

Eher durch Zufall fanden wir an der V.A. Waterfront die Food-Market-Halle (am North Quay). Ein echter Tipp, denn das Essen war der Hammer. Alles da; von Burger, Sushi, Sommerrolls, Craft Beer, frische Säfte, Fingerfood, Nüssen etc. Aber bitte beachten, dass die Halle im Winter (Nov-Apr) nur bis max. 18h und im Sommer (Mai-Okt) trotzdem nur bis 20h auf hat und somit Abends geschlossen ist.

Geschafft vom ersten Tag in Kapstadt (bei dem wir uns definitiv einen großen Überblick verschafft haben) fielen wir schon sehr früh müde in unser Bett. Zum Glück, denn ab morgen sollte ja unsere Namibia – Tour beginnen und wir waren mehr als aufgeregt.

Auch wenn es Namibia-Tour hieß, verbrachten wir den ersten Tag in Kapstadt. Danach sollte es dann Richtung Norden weiter gehen. Beim Frühstück trafen wir also auf die anderen Teilnehmer der Tour. Dann ging es auch schon gleich los. Wir fuhren an Campsbay & Clifton (dem Küsten- und Strandabschnitt, wo auch die Promis wohnen und wo es entsprechend luxuriös und schick ist) vorbei, die Kap Halbinsel entlang. Erster Stopp Hout Bay – einem kleinen Fischerörtchen mit einem ebenso kleinen Hafen. Ein kleiner Frachter lud gerade frisch gefangenen Yello-Fin-Tunfisch aus und eine einzelne Robbe schwamm durchs Hafenbecken. Gegessen haben wir aus Zeitmangel leider nicht, aber der Fisch soll hier wohl recht gut sein. Noch kurz die Füße in den Sand am Strand und weiter ging die Fahrt bis zum Cape of Good Hope (dem süd-westlichsten gelegenen Punkt auf dem afrikanischen Kontinent). Dort waren wir natürlich nicht die einzigen und es war Schlange stehen fürs Erinnerungsfoto angesagt.

Dann noch ein kurzer Spaziergang rauf zum Leuchtturm – der mit einer tollen Aussicht aufs Meer (auch dort etwas Gedränge) punkten konnte – und schon ging es wieder weiter zum nächsten Halt. Diesmal eine Pinguinkolonie am Boulders Beach. Es war zwar nett anzusehen, aber die Tatsache, dass man nur einen kleinen Steg entlang gehen konnte – sich dort die Massen zum Fotografieren trafen und man dann wieder zurück zum Ausgang geht, rechtfertig meines Erachtens diesen Spot nicht. Nach dem Besuch bei den Frackträgern machten wir auch unsere verspätete Mittagspause mit leckeren Sandwiches und einem Eis als Nachtisch – hmmmm.

Alle Mann wieder rein in unseren Truck und zurück zur Unterkunft in die City.

Am Abend dann ein gemeinsames Essen in einem Restaurant an der V.A. Waterfront in Capetown mit ersten Erfahrungen wie hier das Game = Wild (Springbock, Kudo, Oryx & Co) schmeckt. Außerdem waren wir von den günstigen Preisen – und das nicht nur beim Ausgehen – angenehm überrascht.

Mit unserem ersten eigenen Reisetag und dem Start-Tag der Tour hatten wir schon 2 volle Tage in Kapstadt verbracht. Aber so richtig tief ins Geschehen sind wir eigentlich noch nicht eingetaucht. Deshalb entschieden wir uns, nach unserer 13-tägigen Namibia-Tour mindestens nochmal drei Tage in Cape Town zu verbringen.

Weil es kurz nach Jahreswechsel – und somit noch in der High Season war, buchten wir sicherheitshalber schon im Voraus 3 Nächte im „Urban Chic Hotel in der Long Street“. Wir dachten wow – Zentral gelegen und mit fantastischem Blick auf den Tafelberg. Billig war der Spaß nicht. Über € 300 für drei Nächte. Aber was soll es. Tja, es war alles andere als wow.
Da dieses Hotel so überhaupt nicht unser Fall war, habe ich auf Booking.com eine lange Bewertung hinterlassen.
Hier der Auszug … sagt alles – oder?

How low can you go?
Zimmer: – Kein Security Nachts vor dem Haus – beim Einchecken wurde eine falsche Keycard ausgestellt und wir standen in einem bereits belegtem Zimmer – völlig unkooperatives Team – roch nach Rauch in einem Nichtraucherzimmer – undichte Fenster; Wind pfeift in beachtlicher Lautstärke durch die Zimmer – abgebrochene Griffe in der Dusche – unsauberes Bad – W-LAN gab es, aber so schwach dass es nicht zu gebrauchen war – spackige Vorhänge – Fenster dreckig – Deckel der Fernbedienung fehlte (kaputt) – einzige Sitzgelegenheit (Sessel) sah aus als wie vom Sperrmüll – Minibar und Tee Box geplündert und dreckig (lag nur noch ein Süßstoff und ein Zucker drin) – Fön alt und kaputt – Frühstück (für 2 Personen): – zwei falsche Gerichte geliefert – wenig Auswahl: nur eine speckige eingeschweißte Karte – Kaffee und Saft nur limitiert: je 2 pro Person – einen nicht wackelnden Frühstückstisch muss man erst mal suchen, damit man nicht gleich den Kaffee auf dem Schoß hat – der Frühstücksraum hatte den Charme einer Mitropa Flughafen Lounge.  Allgemein: – eigentlich nur als Party Hotel zu gebrauchen – über die Geräuschkulisse bis morgens um 4h auf der Party Meile direkt vor der Tür bzw. dem Fenster darf man sich natürlich nicht beschweren – das ist ja klar auf der Longstreet ! Preis / Leistung: Null Punkte
….. its the summe of little and bigger issues that pile up to bad experience that led to a early checkout at the not-so-chic-urban hotel in cape town sa
… einziger Pluspunkt: ein großartiger Blick auf den Tafelberg – aber nur aus dem 6. Stock

Bereits nach einer Horrornacht verließen wir das Hotel. Eine Rückerstattung für die restlichen 2 Nächte gab es natürlich nicht. Aber in diesem Stadium (unausgeschlafen und sauer) war es uns egal – nur raus hier.
Es sei aber angemerkt: wer in Kapstadt Party bis in die Puppen machen will, nicht lärmempfindlich ist und kein Wert auf Sauberkeit legt ist hier bestens aufgehoben. Achja, und das Hotel liegt direkt gegenüber dem legendären „Mama Afrika“ einem traditionellen Restaurant mit einer urigen Bar. Wer hier Gast sein möchte, der sollte auf jeden Fall vorher reservieren; ist wohl öfters ausgebucht.

Mit einer unschönen Laune sollten wir jetzt auch noch unseren Mietwagen abholen. Klappte eigentlich ganz gut bis auf: ups – das Lenkrad ist auf der falschen Seite. Wer also noch ungeübt in Sachen Linksverkehr ist, kann wie wir die Angst mit vereinten Kräften besiegen. Mein Mann übernahm auf dem Beifahrersitz für´s Erste die Gangschaltung und ich das Lenken und Bremsen. Gemeinsam achteten wir auf Ampeln und  Verkehr und steuerten Richtung Seapoint. Dort wo es uns ja vor zwei Wochen so gut gefallen hat; am Wasser.

Zum Glück fanden wir schnell das von einem Rovos-Mitreisendem (Thx, Matty) empfohlene Hotel, welches den Charakter eines sehr guten Hostels hatte. Das MOJO. Echt klasse! Prima Personal, sehr saubere Zimmer in allen Größen und Preisklassen und wenn man will mit Blick aufs Meer. Nur eine Straße entfernt ist die Promenade und es gibt Parkmöglichkeiten direkt hinterm und einen Fahrradverleih im Haus).

Wir entschieden uns für ein kleines aber feines Zimmer auf dem Dach. Das Schöne daran war nämlich die riesige Gemeinschafts-Dachterrasse mit Sitzmöglichkeiten und Sonnenschirmen. Hier konnte man sein Frühstück zum Sonnenaufgang oder sein Abendessen (oder einfach nur ein Wein oder Bier) zum Sonnenuntergang genießen.

Und das taten wir auch an diesem Tag. Ein Schläfchen bei offener Tür und relaxen auf der Dachterrasse. Sonst nichts. Ach wie schön – geht doch.

Das Wetter war am nächsten Tag wieder fantastisch und der Tafelberg wolkenlos. Deshalb sofort raus aus den Federn und auf zum Tafelberg.
Tipp: Lasst alles stehen und liegen wenn ihr den Table Mountain wolkenlos seht, denn das Wetter kann ganz schnell umschlagen und ein verhangener Berg gibt keine Aussicht von oben nach unten auf Kapstadt und das Meer und es ist kalt da oben. Wer nicht in Blickweite des Tafelbergs ist; hier ein Webcam-Link.

Unser Plan: den Tafelberg erwandern!

Wir fuhren mit unserem Mietwagen bis kurz hinter die Lower Cablecar-Station zum Platteklip Gorge. Das ist einer der fünf Ausgangspunkte für den Aufstieg. Obwohl es erst 9h morgens war, brannte die Sonne schon ganz schön runter. Wir kauften deshalb lieber noch ein bisschen mehr Wasser – sicher ist sicher.

Und wir sollten Recht behalten. Der Aufstieg war anstrengend. Eigentlich ist der ganze Weg eine einzige riesige Steintreppe und besteht somit nur aus ungleichmäßigen weit auseinanderliegenden Stufen. Was wir aber unterschätzt hatten: die Hitze. Es gab kaum Schatten- und Ruheplätze und dort wo welche waren saßen und schnauften schon andere Bergbezwinger. Auf halber Strecke hatte ich schon eine rote Birne und dachte mein Kopf platzt gleich. Auch unser Wasser war schon zur Hälfte leer. Dennoch gaben wir einem asiatischen Pärchen Wasser ab. Die hatten die Situation völlig unterschätzt und nichts mehr zu trinken dabei. Nach anstrengenden 2,5 Stunden hatten wir es geschafft.
Wir waren oben!

Aber wir gingen nicht gleich zur Aussichtsplattform Richtung Upper-Cable-Car-Station, sondern in die andere Richtung – zum höchsten Punkt auf dem Tafelberg.
Ist schon witzig; man steht oben auf einem Berg, auf dem man über eine Stunde lang gerade aus laufen kann … tja, wie eben auf einer großen Tafel. Auch hier war es sehr heiß. Aber wir hielten durch und wurden nicht enttäuscht. Warum auch immer waren hier kaum Leute. Ich glaube insgesamt kamen uns 4 Touristen entgegen. Die Vegetation und die Aussicht auf dem Rundweg: atemberaubend.

So, jetzt aber im Sauseschritt zur Station – unser Wasser war jetzt nämlich auch leer.
Dort angekommen traf uns gleich der Schlag. Massen von Touristen die mit der Bahn hochgekommen waren versuchten das beste Fotomotiv zu bekommen und drängten dicht aneinander. Auch die Schlange im Café und am Kiosk war nicht ohne. Egal. Ein Bier zur Belohnung muss jetzt her; und Chips. Nachdem wir uns ein wenig akklimatisiert und die Tourr-Ecke erkundet hatten, machten wir uns mit dem Cable Car wieder auf den Weg nach unten.

Hier ein Tipp für diejenigen, die sich an dieser Stelle fragen, wo und wann man seine Fahrttickets kaufen soll/kann:
Natürlich gibt es ein Kombiticket für rauf und runter, was etwas kostengünstiger ist.
Wer aber den Berg zu Fuß hinauf und noch nicht weiß, ob er ihn auch so wieder hinuter geht, kann sich die Entscheidung – die Abfahrt mit der Cable Car zu machen – für oben aufheben. Das haben wir nämlich auch so gemacht und standen an der Kasse neben dem Café am Ausgang nicht mal eine Minute an. Auch das Warten oben an der Gondel ging recht zügig, obwohl es doch etwas voller war.

Leider mussten wir von der Lower-Cable-Car-Station ja noch ein Stück weiter zu unserem Auto laufen; also noch mal über eine halbe Stunde. Aber egal. Wir fühlten uns prima nach dem gelungenen Tag!

Tipp: wer also den Tafelberg besteigen möchte, solle früh los um wenigstens etwas der Hitze zu entkommen. Insgesamt haben wir fast 4 Stunden Gehzeit gehabt (2,5 Stunden rauf, oben auf dem Tafelberg 1 Stunde, 1 halbe Stunde zum Wagen zurück und noch etwas Geschlendere oben am Touristenpunkt).

Den Abend ließen wir dann auf unserer Dachterrasse im MOJO mit Schleckereien aus dem nahegelegenen Supermarkt ausklingen (ich glaube die bauen gerade im EG des Hostels einen riesen Food-Court … Eröffnung soll im Juni 2017 sein… sicherlich auch interessant).

Irgendwie war uns am nächsten Morgen nach Sport (als ob die Besteigung des Tafelbergs am Vortag nicht schon genug gewesen wäre). Meine bessere Hälfte zog sich die Laufschuhe an und ging eine Runde an der Promenade in Seapoint joggen. Ich hingegen entschied mich für ein paar Bahnen im gegenüberliegenden Freibad (was mehr nach Salz- als Clorwasser schmeckte). Jupp – das Schwimmbad und das Meer befinden sich vom MOJO in Spuckweite – finden wir mega. Danach ein gemütliches Frühstück und auf zu neuen Taten.

Heute war Sightseeing angesagt und wir gingen eine schöne Tour zu Fuß durch die Innenstadt.

Wir starteten mit dem Company´s Garden, der nicht unweit der Long Street liegt. Hier kann man es sich auf Rasen gemütlich machen, unter einen der vielen Bäume legen oder einfach nur den angelegten Garten mit seinen verschiedensten Bäumen und Sträuchern anschauen. Witzig sind die zahmen Eichhörnchen und die vielen Tauben die einen regelrecht attackieren; die aber gleich wieder verschwinden, wenn man nichts zu essen für sie hat (ich nehme an, dass Füttern hier aber nicht erwünscht ist – also bitte nichts geben – auch wenn es fürs Foto lustig aussehen würde). Und für den Start am besten den Eingang hinter der St. Georges Cathedral / Ecke Covernment Lane nehmen. Dann kann man den Garten komplett durchlaufen und als Rückweg durch die Government Lane (einer wunderschönen schattigen Allee) schlendern.

Nach dem Garten kommt linker Hand die Südafrikanische Nationalgalerie / Igalari Yobuzwe. Eine willkommene Abkühlung in klimatisierten Räumen. Entlang der Government Lane sind übrigens viele kulturelle Stopps möglich. So z.B. das Jewish-Museeum, das Holocaust Center, das Planetarium und die National Library. Es sollte somit für jeden etwas dabei sein.

Weiter ging unsere Tour über die Wale Street zum Green Market Square. Hier haben es sich Souvenir,- Bilder und Kleidungsverkäufer gemütlich gemacht und preisen ihre Ware an. Der Straßenverkauf fängt schon in der Fußgängerzone der St. Georges Mall an; das ist aber nicht der Hauptplatz des Geschehens. Einfach auf halber Strecke abbiegen zum Market Square.

Hinweis: wen es interessiert, sollte nicht zu spät kommen, denn die Verkäufer beginnen schon gegen 16h damit ihre Stände abzubauen und die Straßengaukler und Musikanten verschwinden langsam.

Tipp: sich einfach dort in eines der Straßencafés oder Restaurants am Platz setzen und dem bunten Treiben bei einer kühlen Erfrischung zuschauen.

Nun hatten wir noch eine andere Mission. Wir wollten unbedingt den legendären Plattenladen MABU Vinyl in der Rheede Street finden. Bekannt bzw. berühmt wurde der Laden durch den Künstler „Sugarman“ (wäre an dieser Stelle jetzt zu lang für eine Erklärung. Deshalb am besten das Buch lesen oder die DVD anschauen! … kann man selbstverständlich beides dort erwerben…). Dafür mussten wir die komplette Long Street entlang laufen und konnten uns schon mal umschauen, wo wir nachher zum Dinner hin gehen. Und ich sag´s Euch, hier im Vinyl-Store kann man sich wirklich verlieren. Uralte Schallplatten und Raritäten, witzige und interessante Deko, abgefahrene Bücher, CDs und vieles mehr. Für Musikliebhaber definitiv ein Pflichtbesuch.

Jetzt hatten wir aber richtig Hunger und wollten nicht schon wieder Fleisch essen.

Die Südafrikaner lieben Fleisch in allen Variationen und Zubereitungsarten. Und sie haben das Grillen, Braten und Brutzeln auch echt drauf. Für Teilzeit-Vegetarier wie uns kann das nach einiger Zeit aber anstrengend werden und vegetarische Gerichte abseits von Pommes sind rar auf südafrikanischen Speisekarten.

Nur so viel: „Wenn ein Südafrikaner was vegetarisches mag, bestellt er den Hühnchensalat.“

Wenn sich also eine Gelegenheit bietet Veggie zu bestellen, gilt es sofort zuzuschlagen; und das haben wir getan: in der Royale Eatery. Ein echter Tipp! Hier gibt es ganz viele total leckere vegetarische und sogar vegane Gerichte. Schon beim Durchlesen der Karte lief uns das Wasser im Mund zusammen. Wir entschieden uns für zwei vegetarische Burger und die waren der Hammer!

Zurück in unserem Hostel zogen wir uns noch kurz warme Sachen an, gingen zur Promenade runter und genossen den Sonnenuntergang. Danach gab es auf der Dachterrasse des MOJO´s noch mit anderen Gästen ein kleines Betthupferl.

Am nächsten Morgen gab es wieder Sport: Für meinen Mann die Laufschuhe und die Promenade und für mich das Schwimmbad.

Herrje. Der wievielte Tag war denn heute? Ups – schon Tag 7 in Kapstadt (dabei wollten wir ja nur drei machen….)
Und so weh es uns auch tat – wir mussten weiter. Vor uns lag noch die Garden Route und die hat sicherlich auch so einiges zu bieten. Deshalb schnell die Sachen gepackt und auf zu neuen Ufern (wortwörtlich).

Fazit:

Was haben wir eigentlich die ganze Zeit in Kapstadt gemacht?
Einfache Antwort: Gelebt!

Ich glaube fürs erste Mal haben wir eine gute bunte Mischung an Aktivitäten gefunden:
Den Klassiker Tafelberg & die Kap Halbinsel = Natur
Museen & Co = Kultur
Promenade & Schwimmbad = Sport
Restaurants, Supermärkte und Bars = kulinarisch
Sightseeing = Touriprogramm

Aber das Wichtigste; man kommt hier sehr schnell an und fühlt sich nicht fremd. Und von wegen Großstadt. Mit einer typischen Großstadt hat das hier mal rein gar nichts zu tun.

Wenn man in Kapstadt ist, sollte man es einfach laufen lassen und genießen; und das ist bei dem Klima und den Temperaturen (in unserem Winter immer zwischen 20 – 28 Grad und SONNE!!!) nicht schwer.

7 Tage waren uns zu kurz.
Wir haben nicht mal annähernd alles gesehen und erlebt.
Gerne wären wir auf einem Weingut und dem Lions Head gewesen, hätten einen Gleitschirmflug gemacht und hätten gerne im Mama Afrika Essen. Außerdem fehlen noch etliche Sightseeingstops In und um Cape Town auf unserer Liste.

Kapstadt – wir kommen wieder.

3 Kommentare

  1. Pingback: Namibia - So Reich und doch so Arm, so Viel und doch so Wenig ... › fernwehblues

  2. Pingback: Mit dem Luxuszug Rovos Rail durch Südafrika von Pretoria nach Kapstadt › fernwehblues

  3. Pingback: Die Wahrheit über Gruppenreisen – neue Freunde, Freaks & Emotionen › fernwehblues

Kommentar verfassen