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Südafrika, 12 Tage, 800km – ein Roadtrip entlang der Garden Route

Afrika-Garden-Route-49

Knysna

Von Wilderness nach Knysna braucht man nicht mal 1 Stunde.

Die Hauptattraktion hier in Knysna ist der Hafen. Er ist nicht wirklich groß, aber von hier starten wenigstens ein paar Bootstouren, denn Knysna ist neben Jeffreys Bay die einzige Küstenstadt an der Garden Route mit Hafen. Da wir bei der Durchfahrt durch Knysna nicht wirklich etwas Interessantes entdeckten, ließen wir das Städtchen nach einem Hafenbummel hinter uns und fuhren weiter Richtung Osten nach Plettenberg Bay.

Die Vegetation änderte sich nun ein bisschen vom Beach- und Hafen- in Richtung Waldflair.
Tipp für Mountainbiker: direkt auf der N2 zwischen Knysna und Plettenberg kommt ein Schild zu einer Parkplatzausfahrt was aussieht wie ein Hinweis zu einem National Park Eingang. In Wahrheit ist es aber ein MTB Park mit vielen unterschiedlichen Routen und Schwierigkeitsgraden. Sicherlich Interessant.

Keurboomstrand bei Plettenberg

In knapp einer ¾ Stunde erreichten wir unsere nächste Bleibe. Diesmal eine Buchung über Airbnb.
Und warum Keurboomstrand?
Zum einen klang die Unterkunft echt interessant und außergewöhnlich. Ein Holzhaus am Hang in den Bäumen in Strandnähe. Also quasi ein Baumhaus am Strand. Super oder?

Wäre es auch gewesen. Aber schlussendlich waren es 2 anstrengende Nächte denn, die Vermieter wohnten mit zwei Kids direkt über uns … und Kinder kann man nun mal nicht anbinden. Auch hatten die wohl das Holz zum Schutz vor der Nässe mit irgendetwas eingelassen und es roch nicht nur bestialisch, sondern wir bekamen auch Kopfweh. Und die Beschreibung als „Beachcottage“ war auch etwas übertrieben, denn zum Strand musste man nicht nur den steilen Berg nach unten und dann noch ein paar hunderte Meter gehen, nein man musste den steilen Berg natürlich auch wieder rauf. Ziemlich anstrengende Angelegenheit.

Zum anderen klang aber die Lage an sich verlockend.
Plettenberg Bay in die eine Richtung und die Crags in die andere Richtung – also mitten im Geschehen.

Naja, wenn wir gewusst hätten, dass es nur eine Straße nach Keurboomstrand gibt und man die wieder komplett zurück fahren muss um eben wieder auf die Hauptstraße N2 und den Attraktionen zu kommen, hätten wir vielleicht etwas anderes geplant. Aber schlussendlich alles o.k. – denn dadurch, dass der Keurboomstrand etwas abgelegen und somit nicht zu touristisch ist, ist der Strandabschnitt mit seinen Felsen (einem sogar sehr berühmten: dem Arch Rock – der aber nur bei Ebbe erreichbar ist) echt nett zum Relaxen und Spazierengehen. Und beim örtlichen Italiener „Enrico“ mit großer Terrasse direkt am Wasser kann man lekker futtern und Strandfeeling geniessen.

The Crags

Wer nach so viel Küste, Strand und Hafen etwas Abwechslung und Aktion braucht ist hier genau richtig.
Ich glaube nirgendwo entlang der Garden Route ist so viel an einem Fleckchen geboten wie hier.

· Horse Trails (Pferdereiten)
· Snake Sanctuary (Schlangenfarm)
· Elefant Sanctuary (Elefantenstation – Aufzucht und Rehabilitation. Es wird sogar angeboten auf den
Elefanten zu reiten, aber ich halte persönlich nicht viel davon; muss wirklich nicht sein)
· Tenikwa Wildlife Center (Geparden Rehabilitation und Schutz)
· Birds of Eden
· Monkeyland Primate Sanctuary (Affenaufzucht und Rehabilitation)
· Canyoning & Abseiling
· Mill Mohair Decor Village
· Forest Adventures
· Wine Estate Restaurants
· u.v.m.

Das meiste sollte man mindestens einen Tag im Voraus zu buchen; da es sonst sein kann, dass genau die gewünschte Tour ausgebucht ist. Also vorher anrufen oder sich im Netz schlau machen.

Da wir es in Wilderness „verpasst“ hatten, wollten wir hier unseren Bewegungsdrang stillen und entschieden uns für Canyoning. Was das ist? Naja, in ordentlicher Ausrüstung einem Flusslauf folgen und zwar nicht am Flussufer entlang, sondern im Fluss. D.h. Hürden überwinden in Form von Springen, Rutschen oder Abseilen; der pure Spaß in atemberaubender Natur aber in sehr kaltem Wasser.
Mit Equipment Schlacht (anziehen, zum Spot fahren und wieder abgeholt werden und den Einweisungen) dauert die Tour knapp 3 Stunden. Wir buchten gleich die 8h morgens Tour damit wir noch den Nachmittag hatten.
Und nicht böse sein, wenn die Tour spontan abgesagt wird, denn natürlich gibt hier die Natur den Takt an und so ein „go“ vom Wasserstand im Canyon abhängig. Safety first!

Ein echter Tipp:
Genau hinter Africanyon befindet sich ein Restaurant Namens „The Peppermill Cafe“ mit echt leckerem Essen. Hätten wir hier nicht erwartet, weil doch ziemlich versteckt und leicht abseits der Piste. Wenn man also fertig ist mit dem Flussabenteuer, kann man sich hier gut stärken (egal ob mit einem Riesenburger, gebratenem Fisch, gefüllter Hühnerbrust oder einfach nur einem Kaffee).

Natürlich kann man auch herkommen, ohne sich vorher einen Adrenalinkick zu holen. Denn der Ort „The Mill“ hat noch mehr zu bieten:
Gleich neben dem Restaurant steht eine unscheinbare, aber dennoch große Halle; „The Mill Mohair & Decor Center“. Hier bekommt man Textilien aller Art aus echtem Mohair – z.B. Strümpfe, Pullover, Schals etc. (im Gatter um die Ecke stehen sogar Mohair Schafe) Außerdem tolle Bilder und sonstige Dinge die man echt gebrauchen kann – echt schick.
Auch nicht erwartet hatte ich den kleinen Handcraft Shop „Zandla Zam“ direkt schräg gegenüber – ups – so schöne Sachen und Schwups war ich in einem Shoppingwahn nicht mehr zu bremsen – autsch wurde teuer. Aber echt tolle Sachen (in meinem Fall: Klamotten). Der Co-Pilot hat Socken bekommen.

Somit wurde aus den mal kurz 3 Stunden Canyoning – ein ganzer Tag @ The Mill.

An dieser Stelle auch nochmal: Danke Africanyon für das tolle Erlebnis; auch wenn es erst im 2. Anlauf geklappt hat!

Plettenberg Bay

Sehr nett hier. Aber anders als vermutet liegt Plettenberg Bay nicht direkt am Wasser und kann nicht mit einer Promenade punkten.
Der Kern des Geschehens ist die Hauptstraße auf einem Berg (von dem man aber auch nicht auf das Wasser hinunter sehen kann). Eigentlich würde man nicht merken dass man auf einem Hügel ist, aber die Straßen mit ihren Steigungen erinnern einen wieder daran. Die Flaniermeile ist eine Ansammlung von Shops, Cafés und Restaurants.
Wir entschieden uns für das „Le Fournil de plett“ (Bakery & Cafe) und aßen oben auf dem Balkon leckere Lachs-Sandwiches und einem Halloumisalat. Dazu Weißwein und zum Schluss noch einen echten Chai-Tea – hmmmmm.

Eigentlich wollten wir uns nur mal kurz in Plett (wie es hier liebevoll genannt wird) umschauen und fuhren deshalb auch mal an´s Wasser runter. Eigentlich nicht so spektakulär, wenn uns da nicht eine Gruppe Neoprenanzüge quasi vor das Auto gesprungen wäre. Der Guide der Gummitruppe fragte uns, ob wir die fehlenden zwei Gäste für „Swim with Seals“ sind. Äh – was? Nein. Was ist das? Hört sich gut an! Wenn die zwei fehlen, können wir noch spontan mit? Auto geparkt und in die Neo`s gesprungen.
Der Guide staunte nicht schlecht als wir nicht mal 5 Minuten später in voller Montur mit Taucherbrille, Schnorchel und Flossen an dem wartenden Boot standen (lt. Guide definitive Rekord-Umzieh-Zeit von Gästen).

In einem Speedboot ging es direkt vom Strand ca. 20 Minuten entlang der Küste Richtung Robberg. Dort angekommen wussten wir auch warum der Felsen Robberg heißt. Hunderte von Robben im Wasser und auf dem Berg. (Nur so nebenbei: Den Felsen kann man übrigens auch vom Festland erwandern).

Brillen und Flossen an und ab ins Wasser.
Brrrr – war das kalt – trotz Neopren; aber man wurde schnell abgelenkt, denn plötzlich war man mitten im Robbenschwarm und links, rechts über und unter einem schwammen und tauchten die Seehunde. Ein wirklich tolles Erlebnis, dass nach ca. einer halben Stunde wieder vorbei war.
Auf dem Weg zurück zur Basis sahen wir dann noch eine kleine Delphingruppe neben uns – ach war das schön. So spontan und perfekt.

Wer in Plettenberg Bay weitere Aktivitäten im Wasser erleben will (unter dem Motto „get wet in plett“), kann sich z.B. direkt unten am Strand – neben dem Swim-with-Seals-Office (Offshore Adventures) auch ein Stand-up-Paddle-Board ausleihen und ein wenig im Fluss rumshippern. Aber natürlich bieten die auch Swim with Sardines & Sharks an … aber nee – dann doch lieber Seehunde.

Hatte ich nicht Recht? Ganz schön vollgepackt die 2 Tage rund um Plettenberg Bay und den Crags – oder? Deshalb wollten wir die nächsten Tage mal so richtig chillen. Aber wo?

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